Freigeborene Solveig Brigidsdottir
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Als
die Tochter eines Dänen (Holmger)und einer Isländerin (Brigid)
wurde Solveig gemäß der
in Island herrschenden Vorstellungen einer geachteten und geschätzten
Frau erzogen. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern des mittelalterlichen
Europas konnte in Island eine Freigeborene Frau durchaus auch allein
und ohne zur Ehe gezwungen zu sein, ein annehmbares Leben gestalten.
Dies machte
sich vor allem in der geistigen Haltung der isländischen Frauen
durch Selbstständigkeit, Stolz und persönliche Ehre, deren
Beleidigung auch gerächt wurde, bemerkbar.
Zwischen Dänemark und Island herrschten schon immer enge Handelsbeziehungen, so dass eine Ehe wie die, aus der Solweig hervorging, recht häufig anzutreffen war. Solveigs Vater war ein dänischer Händler, der regelmässig Fahrten nach Island unternahm, um Tran, Walbein, Wolle, Trockenfisch etc. gegen Tuche, Salz, Gewürze und andere Produkte, die auf Island nicht erhältlich waren, zu handeln. Auf einer dieser Fahrten traf er auf Brigid. Sie begleitete ihn nach der Heirat zurück nach Dänemark.
Solveig genoss als ältestes Kind eine sehr hohe Position in der Familie und begleitete den Vater schon recht früh auf Handelsfahrten nach Island und auch die Flüsse stromaufwärts zu den inländischen Handelspartnern entlang von Mosel, Rhein und Elbe. Auf einer der Fahrten, an denen sie nicht teilnahm, verunglückten der Vater und jüngere Bruder und das Handelsunternehmen musste nun von den beiden Frauen allein weitergeführt werden. Da Solveig durch die Fahrten mit ihrem Vater bereits gute Kontakte zu den Handelspartner geknüpft hatte, übernahm sie die Aufgaben des Vaters während ihre Mutter am Heimatort die Geschäfte der Familie weiterführte.
Auf einer der Fahrten die Mosel hinunter begegnete Solveig dann Angelo de la Vasantes, der sich damals noch um die Wiederherstellung der Familienehre bemühte. Nach anfänglich eher zurückhaltenden Kontakten entwickelte sich jedoch rasch, stark von Angelo ausgehend, eine Liebesbeziehung und beide heirateten wenige Monate, nachdem sie sich kennengelernt hatten.
Angelos Reisekontakte boten einen guten Ausgangspunkt, das Handelsunternehmen von Brigid und Solveig auzubauen und nach anfänglichen Krisen, die meist ihren Ursprung in der unterschiedlichen Auffassung zur Stellung einer Frau hatten - Angelo entstammt als sizilianischer Normanne einem ganz anderen Kulturkreis - etablierte sich ein Familienunternehmen, in dem Solveig als vollwertige Geschäftspartnerin akzeptiert wurde. Zwischenzeitlich ist Solveig seltener auf Handelsfahrten anzutreffen, sie führt die Bücher - ein für Frauen der damaligen Zeit sehr tiefgreifendes Zugeständnis von Angelo - und hält das Familienanwesen in Schuss.
Angelo hält seit einigen Jahren die Stellung eines Vogtes inne und Solveig vertritt und unterstützt ihn auch hierin.